Byzantinisches Chorprojekt


"Als Christen … können wir nicht nur mit einer Lunge atmen; wir brauchen zwei Lungen, die westliche und die östliche" (Papst Johannes Paul II.)

Ein spannendes Zitat, das umso tiefer wirkt, wenn wir den Atem aus beiden Lungen nutzen, um Gott zu loben. In der Gemeinde St. Johannes Baptist in Jena ist ein ökumenisches Projekt entstanden, zu dem katholische und evangelische Christen zusammenfinden, um gemeinsam im byzantinischen Ritus singend zu beten.

Zu Beginn war es ein zaghaftes Kennenlernen, ein sich darauf einlassen, ein Wahrnehmen, wie unsere orthodoxen Mitbrüder den Glauben leben und feiern. Die religiöse Tiefe der Gebete, die für unser Ohr ungewohnten Melodien der Gesänge, Ikonen, Kerzen und Weihrauch verschaffen uns auf ganz besondere Weise einen Weg zum Glauben.

Die Göttliche Liturgie

Die Nestor-Chronik des alten Russland berichtet, wie der Fürst Wladimir von Kiew Gesandte ausschickte, die für sein Volk die beste Religion aussuchen sollten. Die Berichte über ihre Erfahrungen bei Bulgaren, Germanen und anderen Völkern fielen nicht günstig aus. Auf dem Heimweg kamen sie zu den Griechen nach Konstantinopel, wo sie dem Gottesdienst in der Hagia Sophia beiwohnten. Davon berichteten sie ihrem Fürsten wie folgt:
„Und dann kamen wir zu den Griechen, und sie führten uns dorthin, wo sie ihrem Gott dienen, und wir wussten nicht, waren wir im Himmel oder auf der Erde: denn es gibt auf der Erde nicht solchen Anblick noch solche Schönheit ... Wir wissen nur das eine: Gott wohnt dort bei den Menschen ...“

Diese Männer haben ohne jede Kenntnis und Ahnung vom christlichen Glauben intuitiv auf Anhieb das Entscheidende der Liturgie erkannt. Das Christentum ist eine liturgische Religion. Die Kirche ist zuerst eine anbetende Gemeinschaft. Die andere wichtige Erfahrung der Gesandten war die der Ekstase, die sich in den Worten ausdrückte: „wir wussten nicht, waren wir im Himmel oder auf der Erde“. Die Liturgie der Orthodoxen Kirche umfasst zwei Welten: sie geschieht im Himmel und auf der Erde zugleich. Der Altar wird in ihr zum Grenzstein zwischen Zeit und Ewigkeit. Wir nehmen teil am himmlischen Hochzeitsmahl, bei dem wir mit Christus und den Engeln an einer Festtafel vereint sind. – Ekstase begegnet uns hier in einer ganz anderen nüchternen Art: im „Herausstehen“ aus Raum und Zeit, in der Begegnung mit der himmlischen Welt durch die getragene Feier der irdischen Liturgie.

Weitere Informationen über Frank Marckardt:

T: (03641) 445792
E-Mail:


Liturgie der Woche

Sonntag, 18. Februar 2018

1. SONNTAG DER FASTENZEIT

1. Lesung

Gen 9,8-15
Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben


2. Lesung

1 Petr 3,18-22
Euch rettet jetzt die Taufe


Evangelium

Mk 1,12-15
Er wurde vom Satan in Versuchung geführt, und die Engel dienten ihm


Hier können Sie die Texte lesen:

Schott-Messbuch

www.liturgie.de

Evangelium Tag für Tag







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